KIT – KINETIC INTERFACE TOOL

Das Projekt KIT war 1991 mein Abschlussarbeit an der Universität der Künste in Berlin. Manche werden denken, warum zeigt der diese Arbeit mehr als zwei Jahrzehnte später. Ganz einfach: es war zum einen meine erste Arbeit, die sich ernsthaft mit dem Thema Innovation beschäftigte. Zum anderen war es eine – unbescheiden gesagt – visionäre Arbeit, deren unterschiedlichen Ansätze und Perspektiven erst heute langsam in den aktuellen digitalen Medien umgesetzt werden.

Der etwas verrückte Ansatz dieser Arbeit war, dass ich mehr als 12 Monate an einem fiktiven Konzept für ein digitales Kommunikations- und Arbeitstool gearbeitet habe. Entstanden ist ein Konglomerat unterschiedlicher technischer Visionen, wie sie zu damaligen Zeit weltweit in den Forschungseinrichtungen (zb. MIT, PARC, Sony Interface Studios u.v.a.) gedacht und prototypisch entwickelt wurden. Es ist aber auch ein Projekt, an dem viele eigene Ideen, formal und funktional beschrieben, eingeflossen sind, die ohne jede Klärung und Sicherheit einer möglichen Umsetzbarkeit auskommen mussten. Das war und ist der eigentlich spannende Grund, warum ich diese Arbeit hier zeige und warum sie diese Bedeutung für mich hat: ich habe mir einfach etwas ausgedacht von was ich träumte und habe nicht danach gefragt, ob es auch sofort machbar ist.

Nicht unerwähnt lassen will ich die damals wichtige Unterstützung durch Andreas Schneider, heute Professor und Unternehmer in Tokyo. Andreas ist nicht nur ein guter Freund, er ist ein von mir sehr geschätzter Vordenker im Bereich digitaler bzw. innovativer Medien und Trends. Damals ein wichtiger Impulsgeber und Kritiker für mein Projekt KIT – Kinetic Interface Tool. Mehr zu Andreas auch unter pub.iidj.net

Zum dem Projekt selbst: KIT umfasst zum einen das Produkt (-design) eines tragbaren, multifunktionalen digitalen Werkzeuges. Zum anderen – und der eigentliche Kern der Arbeit – das Design und die funktionale Beschreibung eines Interfaces, das auf der Grundidee objektorientierter Betriebssysteme aufbaut (ein wesentliches Vorbild war damals das Betriebssystem NeXT-Step, bzw. der NeXT Computer, welcher von Steve Jobs nach seinem Weggang von Apple ins Leben gerufen wurde). Mehr dazu hier.

Da ich komplett nicht in der Lage war, auch nur auch nur einen Teil dessen, was ich mir an unterschiedlichen (Interface-) Werzeugen ausgedacht hatte zu programmieren, habe ich das System komplett beschrieben, sowohl funktional, als auch im Kontext einer konkreten Anwendung. Seltsam aus heutiger Sicht, sehr wichtig für mich, wenn ich bedenke, welche wesentliche Grundlage ich damit für meine spätere professionelle Entwicklung gelegt hatte.

Der Computer an dem die Arbeit damals entstand und den ich seit Dezember 1991 nie mehr angemacht habe:

31.01.2013
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